Foto: © Ingo Arndt
Ameisen sind ein Erfolgsmodell der Evolution. Kaum ein anderes Insekt kommt so zahlreich vor und ist so weit verbreitet. Es gab sie bereits zur Zeit der Dinosaurier. Im Laufe der Jahrmillionen bildeten sich unzählige Ameisenarten aus, von denen heute etwa 14.000 beschrieben sind. Darunter auch die Waldameisen. Sie gehören zu den hügelbauenden Ameisen und leben vorwiegend im Wald. Von uns Menschen weitgehend unbemerkt krabbelt es in unseren Wäldern. Auf und tief im Inneren des Wadbodens leben die Völker des kleinen Waldinsekts und trotzen den Jahreszeiten.
Waldameisen spielen eine wichtige Rolle im Ökosystem Wald und haben erstaunliche Fähigkeiten entwickelt. Sie sind Architektinnen, Jägerinnen, Putzkolonne, Gärtnerinnen und Viehhalterinnen. Die winzigen Insekten sind Meisterinnen der Arbeitsteilung und Zusammenarbeit, was ihre Kolonien zu hochkomplexen und faszinierenden Studienobjekten macht. Waldameisen verteidigen ihr Volk und ihre Königin, selbst wenn sie dies mit ihrem Leben bezahlen müssen.
Was macht sie so erfolgreich? Wie leben sie? Das zeigt der preisggekrönte Tierfotograf Ingo Arndt in dieser Ausstellung. Zum ersten Mal wird das geheimnisvolle Leben der Waldameisen in allen Facetten durch erstklassige Fotografie dokumentiert. Großformatige Bilder geben einen völlig neuen Einblick in das Leben der kleinen Insekten und zeigen sie so, wie sie noch nie zu sehen waren. Der Betrachter wird Zeuge davon wie sich die Ameisen organisieren, wie sie Nester bauen, die Nesttemperatur regulieren, Futter beschaffen, zur Paarung ausschwärmen, Informationen austauschen, das Nest, ihr Volk und die Königin vor Eindringlingen beschützen.
Besondseren Wert legte Ingo Arndt bei seinen Fotoarbeiten darauf, auch das Brutverhalten der Waldameisen zu zeigen. Ein fotografische Herausforderung, denn dieses Verhalten findet tief im Ameisennest statt und bleibt dem menschlichen Auge normalerweidse verborgen. Viel Tüftelarbeit und Geduld waren notwendig bis die Ameisekönigin endlich begann vor seiner Kamera Eier zu legen und die gerade einmal 7 Millimeter großen Arbeiterinnen der Brutpflege nachgingen.
Zwei Jahre lang hat Ingo Arndt an diesem umfangreichen Fotoprojekt gearbeitet. Er war dafür in ganz Deutschland unterwegs. Die meisten Bilder entstanden aber in unmittelbarer Umgebung seines Wohnortes im hessischen Bergwinkel.
In gut verständlichen Texten beschreibt Prof. Dr. Jürgen Tautz, was auf den Bildern zu sehen ist und gibt Einblick in bisher weithin unbekannte wissenschaftliche Erkenntnisse und Verhaltensweisen. Prof. Dr. Jürgen Tautz ist Zoologe, Soziobiologe, Verhaltensforscher und Professor em. am Biozentrum der Universität Würzburg. Er ist Bestsellerautor und mehrfach ausgezeichnet für die gelungene Vermittlung von Wissenschaft an eine breite Öffentlichkeit.
Die in sieben Kapitel eingeteilte Ausstelung beinhaltet 41 großformatige Einzelbilder mit zweisprachige Bildunterschriften in Deutsch und Englisch. Ein Video zeigt beeinruckende Filmsequenzen aus dem Leben der Waldameisen.
Die Ausstellung ist ab sofort und bis Ende April 2026 täglich von 9.00 bis 17.00 Uhr zu sehen, der Besuch ist kostenfrei.